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Leonardo da Vincis Gemälde

Eine feste Zahl gibt es nicht. Je nachdem, wessen Liste man liest, sind etwa 15 bis 20 erhaltene Gemälde Leonardo da Vincis eigene Arbeit. Die Eremitage spricht von wenig mehr als einem Dutzend. Der Leonardo-Forscher Martin Kemp zählte 2025 etwa 16, dazu vier oder fünf, an denen Leonardo mit anderen arbeitete. Das Auktionshaus, das den Salvator Mundi verkaufte, sprach von weniger als 20.

In unserem Leonardo-Flügel hängen 24 Werke, jedes mit einem Wort dazu, wie sicher die Zuschreibung ist: 14 belegt, 4 umstritten, 4 mit Vorbehalt, 1 aus seiner Werkstatt und 1 Kopie, dazu das Abendmahl auf einer eigenen Wand. Die Mona Lisa, die Dame mit dem Hermelin, beide Fassungen der Felsgrottenmadonna und der Salvator Mundi sind alle da, jedes Werk mit einer Tür in den Bildersaal, in dem es hängt.

Die Gemälde im Flügel ansehen

Eintritt frei, kein Konto.

Die Tür öffnet den Bildersaal des Leonardo-Flügels, wo die 24 Werke hängen.

  1. Vinci und Florenz, 1452 bis 14818
  2. Mailand, 1482 bis 14996
  3. Venedig, Florenz und die Romagna, 1500 bis 15065
  4. Wieder Mailand, 1506 bis 15134
  5. Amboise, 1516 bis 15191
  6. Auf einer eigenen Wand1
  • 14 belegt
  • 4 umstritten
  • 4 mit Vorbehalt
  • 1 aus seiner Werkstatt
  • 1 Kopie
  • das Abendmahl auf einer eigenen Wand
Die Werke, nach Lebensabschnitten Für diese Seite gemacht

Wie sicher die Zuschreibung ist

Belegt heißt: Seine Hand in dem Werk ist überliefert, und das Museum, das es bewahrt, sieht es genauso. Umstritten heißt: Die Forschung ist sich uneins, oder das Haus selbst nennt einen anderen Maler. Mit Vorbehalt heißt: Er steckt darin, aber ein Teil ist nicht von ihm, oder es ist kein fertiges Gemälde. Werkstatt heißt: Ein Schüler malte es neben ihm nach seinem Entwurf, und Kopie heißt: ein späteres Werk von fremder Hand nach etwas von ihm, das verloren ist. Die Zahl schwankt, weil er Werke unvollendet ließ, weil seine Schüler nach seinen Entwürfen so gut malten, dass ihre Bilder als seine durchgingen, und weil alte Kopien als Originale ausgegeben wurden. Neue Funde sind selten: Martin Kemp sagt, seit die Madonna Benois um 1900 auftauchte, sei nur ein neuer Kandidat hinzugekommen, der Salvator Mundi, und der ist umstritten.

Die Werke, nach Lebensabschnitten

Die Werke sind nach den Lebensabschnitten des Flügels gruppiert, nach dem Jahr, in dem jedes begonnen wurde, mit zwei Ausnahmen. Der Salvator Mundi, datiert auf etwa 1499 bis 1510, steht bei den Jahren 1506 bis 1513, weil die späteren Vorschläge für sein Datum dort liegen, und die Anghiari-Kopie steht bei der Wand, die sie kopiert. Kein Werk hier wurde in Rom oder nach 1519 begonnen.

Vinci und Florenz, 1452 bis 1481

Malen lernte er in Verrocchios Werkstatt in Florenz. Aus diesen Jahren stammen ein gemeinsam gemaltes Bild, eine Verkündigung, ein Bildnis, zwei kleine Madonnen und eine Predella, die der Louvre heute einem Mitschüler zuschreibt. Dann zwei Tafeln, die er nie vollendete: der heilige Hieronymus und die Anbetung der Könige, die 1481 bei ihm selbst bestellt wurde.

  1. Taufe Christi

    Etwa 1470 bis 1475Gallerie degli Uffizi, Florenz

    Taufe Christi: Christus steht in einem Fluss, rechts gießt Johannes ihm Wasser über den Kopf, links knien zwei Engel neben einer Palme, oben schweben eine Taube und ein Paar Hände. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Italienischer Codice dei beni culturali, Art. 108 comma 3-bis: Ausnahme für Studium, Forschung und Förderung der Kenntnis des Kulturerbes, jeweils ohne Gewinnabsicht.

    Belegt, mit einer Einschränkung: Das ist Verrocchios Bild. Die Uffizien nennen ihn zuerst und Leonardo an zweiter Stelle. Vasari hat den Anteil des jungen Schülers festgehalten, den Engel links. Heutige Untersuchungen geben ihm mehr: den Fluss dahinter, das Leuchten des Lichts und Christus selbst.

    Johannes gießt Christus im Jordan Wasser über den Kopf, links knien zwei Engel. Der linke Engel, von hinten gesehen und mit dem Kopf über die Schulter zurückgewandt, ist Leonardos.

    Vasari schrieb, der Schüler habe seinen Engel so gut gemalt, dass es den Meister traf, und wahrscheinlich hat noch ein dritter, älterer Maler mitgearbeitet: Die Hände Gottes und die Taube oben stammen von einer schwächeren Hand.

    Die Taufe Christi im Flügel ansehen

  2. Die Verkündigung

    Etwa 1472Gallerie degli Uffizi, Florenz

    Die Verkündigung: ein Foto der breiten Tafel. Links kniet der Engel Gabriel mit einer Lilie auf dem Rasen, rechts sitzt Maria an einem verzierten Lesepult vor einer Palastwand, dahinter dunkle Bäume. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Foto: Justin Benttinen, 13. September 2023. Italienischer Codice dei beni culturali, Art. 108 comma 3-bis: Ausnahme für Studium, Forschung und Förderung der Kenntnis des Kulturerbes, jeweils ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Ein frühes Werk, gemalt, als er noch in Verrocchios Werkstatt war. Wer es bestellte und wo es zuerst hing, weiß niemand. Die Uffizien erhielten es 1867 aus einer Kirche direkt vor einem Stadttor von Florenz.

    Gabriel kniet im Gras eines ummauerten Gartens und reicht Maria eine Lilie. Sie sitzt vor einem Palast an einem Lesepult, das Buch aufgeschlagen.

    Die Flügel des Engels sind denen eines echten Greifvogels nachgebildet, und Marias rechter Arm wirkt zu lang: Die Uffizien vermuten, er habe das Bild für einen Betrachter rechts davon angelegt, dort, wo man vor einem Seitenaltar steht.

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  3. Bildnis der Ginevra de' Benci

    Etwa 1474 bis 1478National Gallery of Art, Washington

    Bildnis der Ginevra de' Benci: Eine junge Frau mit gelocktem Haar blickt uns an, hinter ihr ein dunkler Wacholderbusch, rechts ein Stück Wasser und Himmel. Eine Reproduktion.Die Rückseite der Tafel: ein Kranz aus Lorbeer und Palme um einen Wacholderzweig, mit einem Schriftband, auf bräunlichem Grund. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Die Vorderseite: eine gemeinfreie Reproduktion aus Wikimedia Commons, mit Dank an die National Gallery of Art, Washington, unter CC0.
    Die Rückseite: über Google Arts & Culture, mit Dank an die National Gallery of Art, Washington. Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Wer sie ist, steht fest. Wer das Bildnis bestellte, nicht: Vielleicht hält es ihre Heirat mit 16 fest, vielleicht gab es der venezianische Gesandte Bernardo Bembo in Auftrag, der sie verehrte. Sein Emblem waren Lorbeer und Palme, und sein Wahlspruch liegt in Infrarotaufnahmen unter ihrem, die Rückseite war also wahrscheinlich seine Idee.

    Die Vorderseite: Ginevra de' Benci, eine junge Frau aus einer Florentiner Bankiersfamilie, vor einem Wacholderbusch, auf Italienisch ginepro, ein Wortspiel mit ihrem Namen. Die Rückseite derselben Tafel, die im Flügel neben der Vorderseite hängt: Lorbeer und Palme, zu einem Kranz um einen Wacholderzweig gelegt, und ein Band mit einem lateinischen Spruch, Schönheit schmückt die Tugend. Unten wurde ein Streifen der Tafel abgeschnitten, wahrscheinlich wegen eines Schadens, und mit ihm gingen ihre Hände verloren.

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  4. Madonna mit der Nelke

    Etwa 1475Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, München

    Madonna mit der Nelke: Maria in Rot und Blau sitzt, vor ihr das Kind auf einem Kissen, sie hält eine Nelke hin, hinter ihr zwei Bogenfenster mit Bergen. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Eine seiner frühesten Tafeln, entstanden in seinen Jahren bei Verrocchio, und ein früher Versuch mit Ölfarbe.

    Maria hält in einem Raum mit Fenstern dem Kind, das vor ihr auf einem Kissen sitzt, eine rote Nelke hin. Durch die Fenster sieht man Berge.

    Es sind die ersten blauen, fernen Berge, die wir von seiner Hand kennen, und die Tafel gehörte einst Giulio de' Medici, dem späteren Papst Clemens VII.

    Die Madonna mit der Nelke im Flügel ansehen

  5. Die Verkündigung, Predella

    Etwa 1475 bis 1478Musée du Louvre, Paris

    Die Verkündigung, Predella: eine lange, niedrige Tafel, links kniet der Engel auf dem Rasen, rechts sitzt Maria an einer Mauer, dahinter Bäume. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Umstritten, und hier steht das Haus selbst auf der anderen Seite. Der Louvre schreibt die Tafel Lorenzo di Credi zu, der neben Leonardo bei Verrocchio lernte, führt Leonardo als frühere Zuschreibung und datiert sie auf etwa 1475 bis 1500. Die Forschung teilt sich heute dreifach: Lorenzo, Leonardo oder beide zusammen.

    Eine kleine, breite Tafel: Der Engel kniet vor Maria in einem Garten. Sie gehört zur Predella, dem Streifen kleiner Szenen unter einem Altarbild, und zwar zu dem Altar, den Verrocchios Werkstatt für den Dom von Pistoia malte, wo die Haupttafel noch steht.

    Der Louvre sieht in den großen Augen, den schlichteren Gesichtern und den flacheren Falten eher Lorenzo. Gekauft hat er die Tafel 1863 mit der Sammlung des Marchese Campana in Rom, die nach dessen Bankrott verkauft wurde.

    Die Predella im Flügel ansehen

  6. Madonna Benois

    Etwa 1478 bis 1480Staatliche Eremitage, Sankt Petersburg. Die eigene Seite der Eremitage nennt das Bild nicht in der Dauerausstellung, also vor einem Besuch nachsehen.

    Madonna Benois: ein oben gerundetes Bild. Eine junge Maria sitzt mit dem Kind auf dem Schoß und hält ihm eine kleine Blume hin, in einem dunklen Raum mit einem kleinen Bogenfenster rechts oben. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Die Farbe wurde von der Holztafel auf Leinwand übertragen.

    Maria ist hier sehr jung, Kleid und Haar nach Florentiner Art ihrer Zeit. Sie hält dem Kind eine kleine Blume hin, es greift danach und hält ihre Hand fest. Die Blütenblätter bilden ein Kreuz, ein Zeichen für das, was kommt.

    Ihr Gesicht stammt von einem lebenden Modell, sagt die Eremitage, kein Ideal, und nimmt man die goldenen Heiligenscheine weg, bleibt eine Mutter, die mit ihrem Sohn spielt.

    Die Madonna Benois im Flügel ansehen

  7. Der heilige Hieronymus

    Etwa 1480 bis 1490Pinacoteca Vaticana, Vatikanstadt

    Der heilige Hieronymus: Ein hagerer Mann kniet zwischen Felsen, den Arm mit einem Stein ausgestreckt, am unteren Rand liegt ein Löwe, das meiste der Tafel braune Untermalung. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons, CC0. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Der Vatikan sagt, die Zuschreibung sei nie angezweifelt worden. Er datiert die Tafel auf etwa 1482, weil sie der Anbetung der Könige im Stil so nahe steht. Manche Historiker rücken sie näher an die 1490er Jahre.

    Der Gelehrte und Kirchenvater als Büßer in der Wüste, mager, bartlos und in Lumpen, kniend, einen Stein in der Faust, erhoben, um sich an die Brust zu schlagen, vor ihm ein liegender Löwe. Über die braune Untermalung kam das Bild auf dem größten Teil der Tafel nie hinaus, ein roter Fleck steht für seinen Kardinalshut.

    Irgendwann wurde die Tafel in fünf Stücke zerteilt. Napoleons Onkel, Kardinal Joseph Fesch, spürte sie auf und ließ sie wieder zusammensetzen, und Papst Pius IX. kaufte das Bild 1856.

    Den heiligen Hieronymus im Flügel ansehen

  8. Anbetung der Könige aus dem Morgenland

    Etwa 1481 bis 1482Gallerie degli Uffizi, Florenz

    Anbetung der Könige aus dem Morgenland: ein einfarbiger Druck von 1901 in Grautönen. Maria und das Kind in der Mitte einer Menge knieender und stehender Figuren, dahinter Ruinen, eine Treppe und Pferde. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Einfarbiges Druckfaksimile von 1901, Tafel 10. Es hält Zustand und Tonwerte jenes Jahres fest, nicht die heutige Farbe. Gemeinfrei, über Wikimedia Commons.

    Belegt. Die Mönche von San Donato a Scopeto, einem Augustinerkloster direkt vor Florenz, bestellten das Bild im Juli 1481 für ihren Hochaltar und gaben ihm 30 Monate. Als er nach Mailand ging, war es noch unvollendet. Am Ende malte Filippino Lippi das Altarbild für sie.

    Die drei Könige knien mit ihren Gaben vor Maria und dem Kind, eine Menge im Halbkreis um sie, dahinter Ruinen, ein halbfertiges Gebäude mit Treppen und Reiter im Kampf. Das meiste kam über die Zeichnung nicht hinaus: Manche Figuren sind nur Umrisse, andere fast durchmodelliert.

    Die Restaurierung von 2012 bis 2017 zeigte, dass er die Komposition direkt auf der Tafel entwickelte, statt sie zuerst auf Papier festzulegen, selbst für ihn selten. Frühere Restauratoren hatten die Tafel mit einem getönten Firnis überzogen, der das Bild fast einfarbig wirken ließ.

    Die Anbetung der Könige im Flügel ansehen

Mailand, 1482 bis 1499

In Mailand malte er für eine Bruderschaft ein Altarbild, das in zwei Fassungen existiert, die Londoner nach Ansicht mancher mit der Hand seiner Werkstatt darin. Dazu kommen drei Bildnisse, eines davon umstritten, und eine stillende Madonna, die nach Ansicht vieler ein Schüler nach seinem Entwurf malte. An die Wand eines Speisesaals malte er für Ludovico Sforza das Abendmahl, mit dem diese Seite endet.

  1. Felsgrottenmadonna, Louvre-Fassung

    Etwa 1483 bis 1494Musée du Louvre, Paris

    Felsgrottenmadonna, Louvre-Fassung: Maria kniet in einer dunklen Grotte zwischen zwei Kindern, rechts ein Engel, der quer durchs Bild zeigt, dahinter Felsen und Wasser. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Der Vertrag trägt das Datum 25. April 1483: Leonardo und zwei Maler, die Brüder de Predis, sollten das Altarbild der Kapelle einer Bruderschaft in Mailand malen und vergolden. Es folgte ein langer Streit ums Geld. Dies ist die frühere der beiden Fassungen.

    Maria kniet in einer Felsgrotte, eine Hand über dem Jesuskind, mit der anderen zieht sie den kleinen Johannes den Täufer näher. Ein Engel stützt Jesus und zeigt mit dem Finger auf Johannes, und Jesus segnet ihn. Dahinter Berge und Wasser.

    Wie das Bild nach Frankreich kam, weiß niemand: Die erste Nachricht von ihm stammt aus Fontainebleau, 1625. Infrarotaufnahmen von 2009 zeigen, dass der Engel zuerst ohne die zeigende Hand gemalt war, wie auf der Londoner Tafel, und dass Leonardo die Geste erst gegen Ende hinzufügte.

    Die Felsgrottenmadonna aus dem Louvre im Flügel ansehen

  2. Bildnis eines Musikers

    Etwa 1485Veneranda Biblioteca Ambrosiana, Mailand

    Bildnis eines Musikers: Ein junger Mann mit roter Kappe und langem Haar, Kopf und Schultern vor dunklem Grund, hält rechts unten ein gefaltetes Notenblatt hoch. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Italienischer Codice dei beni culturali, Art. 108 comma 3-bis: Ausnahme für Studium, Forschung und Förderung der Kenntnis des Kulturerbes, jeweils ohne Gewinnabsicht.

    Umstritten. Angezweifelt wurde es meist von älteren Stimmen. Die Ambrosiana schreibt es ohne Zweifel Leonardo zu, die meisten Forscher auch. Der Zweifel begann 1890, als man Ambrogio de Predis vorschlug. Eine Untersuchung von 1987 legte nahe, Leonardo habe Kopf und Brust gemalt und ein anderer, womöglich Boltraffio, später Hand und Blatt hinzugefügt.

    Ein junger Mann, Kopf und Schultern, leicht von uns abgewandt und nach rechts blickend, ein gefaltetes Notenblatt in der Hand. Wer er ist, weiß niemand: Er galt als der Herzog von Mailand, bis eine Reinigung 1905 die Hand und das Blatt freilegte, und seither wurden unter anderem der Domkapellmeister Franchino Gaffurio und Leonardos Musikerfreund Atalante Migliorotti vorgeschlagen.

    Seine Pupillen sind nicht gleich groß, die linke eine Spur kleiner, als wäre genau der Moment getroffen, in dem sich das Auge bei schwindendem Licht weitet, etwas, das Leonardo in seinen Notizen beschrieb.

    Den Musiker im Flügel ansehen

  3. Dame mit dem Hermelin

    Etwa 1489 bis 1491Muzeum Narodowe w Krakowie, Muzeum Książąt Czartoryskich, Krakau

    Dame mit dem Hermelin: Eine junge Frau in rotem Kleid und blauem Umhang, nach links gewandt, hält ein weißes Hermelin an die Brust, vor dunklem Grund. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Sammlungsbild des Nationalmuseums in Krakau. Gemeinfrei, über Wikimedia Commons.

    Belegt. Bestellt von Ludovico Sforza, sagt das Museum, als die Dargestellte etwa 16 war, und das einzige Gemälde Leonardos in Polen.

    Cecilia Gallerani, eine junge Dame am Mailänder Hof und Geliebte des Herzogs, im Dreiviertelprofil, an uns vorbeiblickend, ein weißes Hermelin im Arm. Ihr Name wurde um 1900 vorgeschlagen und gilt heute als gesichert, denn ein Hofdichter schrieb ein Gedicht auf Leonardos Bildnis von ihr. Das Hermelin steht für den Herzog, der nach einem Orden von 1488 der Weiße Hermelin genannt wurde, und so liest das Museum das Bild als Doppelbildnis.

    In eine obere Ecke schrieb jemand um 1800, das Bild zeige La Belle Ferronnière, den Namen des nächsten Bildnisses auf dieser Seite, und so trugen beide eine Zeit lang denselben Namen.

    Die Dame mit dem Hermelin im Flügel ansehen

  4. Bildnis einer Dame, genannt La Belle Ferronnière

    Etwa 1490 bis 1497Musée du Louvre, Paris. Der Louvre führte das Bild als nicht ausgestellt, als wir nachsahen.

    La Belle Ferronnière: ein einfarbiger Druck von 1901. Eine junge Frau, Kopf und Schultern, das Gesicht uns zugewandt, ein dünnes Band über der Stirn, vor dunklem Grund, am unteren Rand eine Brüstung. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Einfarbiges Druckfaksimile von 1901, Tafel 7. Es hält Zustand und Tonwerte jenes Jahres fest, nicht die heutige Farbe. Gemeinfrei, über Wikimedia Commons.

    Belegt. Wer sie ist, bleibt offen. Der älteste Vorschlag ist Lucrezia Crivelli, ab etwa 1495 Geliebte des Herzogs, genannt in einem lateinischen Gedicht, das in Leonardos Codex Atlanticus abgeschrieben wurde. Andere schlagen Beatrice d'Este vor, die Frau des Herzogs, oder Isabella von Aragon.

    Eine junge Frau an einer Steinbrüstung, der Körper in die eine, der Kopf in die andere Richtung gewandt, in einem roten Kleid nach Mailänder Mode mit Ärmeln, die mit Bändern geschnürt sind, über der Stirn eine dünne Schnur mit einem roten Stein. Ihr Blick geht knapp an uns vorbei.

    Der Name ist ein Irrtum, und der Titel des Louvre sagt es selbst: Er gehörte einem anderen Bildnis der französischen Königssammlung, ein Druck nach diesem Bild trug ihn aus Versehen, und ein Inventar von 1784 hielt sie sogar für Anne Boleyn.

    La Belle Ferronnière im Flügel ansehen

  5. Madonna Litta

    Etwa 1490Staatliche Eremitage, Sankt Petersburg

    Madonna Litta: ein oben gerundetes Bild. Maria stillt das Kind in einem dunklen Raum, links und rechts je ein Fenster mit Blick auf blaue Berge. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Umstritten. Die Eremitage führt das Bild ohne Einschränkung als Leonardos und datiert es in die Mitte der 1490er Jahre. Viele Forscher meinen, sein Schüler Giovanni Antonio Boltraffio habe es nach Leonardos Entwurf gemalt. Martin Kemp hat gesagt, fast alle Fachleute sähen es so.

    Maria stillt das Kind in einem dunklen Raum mit zwei gleichen Fenstern, jedes mit Blick auf weite Berge. Der Louvre besitzt eine Studie dazu, sagt die Eremitage, und der Name kommt vom Mailänder Herzog Antonio Litta: Aus der Sammlung Litta kaufte die Eremitage das Bild 1865.

    Als die Londoner National Gallery es 2011 als Leihgabe zeigte, hing das Gemälde als Leonardo, während eine Gewandstudie dazu in derselben Ausstellung als Boltraffio beschriftet war.

    Die Madonna Litta im Flügel ansehen

  6. Felsgrottenmadonna, Londoner Fassung

    Etwa 1491 bis 1508National Gallery, London

    Felsgrottenmadonna, Londoner Fassung: fotografiert in ihrem hohen, vergoldeten Altarrahmen mit Säulen. Darin kniet Maria in einer Grotte zwischen den beiden Kindern, rechts ein Engel. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Der Rahmen ist mit abgebildet. Foto: Sailko, CC BY 3.0.

    Zuschreibung mit Vorbehalt. Die National Gallery schreibt das Bild Leonardo allein zu. Der Kurator des Louvre sieht in Teilen die Arbeit von Schülern, den kleinen Johannes nahe bei Boltraffio, und hält es für ein Werk, das weitgehend die Werkstatt unter Leonardos Aufsicht malte, an einigen Stellen mit seiner eigenen Hand.

    Dieselbe Szene wie auf dem Pariser Bild, mit Unterschieden: Der Engel zeigt nicht mehr, die Figuren tragen dünne goldene Heiligenscheine, und der kleine Johannes hält ein Rohrkreuz. Gemalt wurde es für die Mailänder Kapelle aus dem Vertrag von 1483, und die Galerie fand drei Arbeitsphasen: begonnen in den frühen 1490er Jahren, Christi Kopf einige Jahre später ins Profil gedreht und der blaue Himmel erst hinzugefügt, nachdem Leonardo 1506 zurückgerufen worden war.

    Die Pflanzen in der Grotte sind keine echten Arten: Die Galerie sagt, sie seien aus mehreren verschiedenen Pflanzen zusammengesetzt.

    Die Londoner Felsgrottenmadonna im Flügel ansehen

Venedig, Florenz und die Romagna, 1500 bis 1506

Zurück in Florenz begann er die Mona Lisa und die heilige Anna und arbeitete an beiden noch Jahre weiter. Eine kleine Madonna für den Sekretär des französischen Königs ist in zwei Fassungen erhalten, beide mit Zuschreibung unter Vorbehalt. An einer Wand des Palazzo della Signoria fing er eine Schlacht an, die verloren ist und hier durch eine Kopie vertreten wird.

  1. Madonna mit der Spindel, Buccleuch-Fassung

    Etwa 1501Sammlung Buccleuch, Leihgabe an die National Galleries of Scotland

    Madonna mit der Spindel, Buccleuch-Fassung: Maria in Rot und Blau sitzt zwischen Felsen, das Kind quer auf ihrem Schoß hält eine kreuzförmige Garnwinde hoch, dahinter Hügel und Wasser. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Zuschreibung mit Vorbehalt. Zwei Fassungen hängen im Flügel nebeneinander. Unter der Farbe beider fand man dieselben Überarbeitungen aus der Zeit, als beide in der Werkstatt heranwuchsen. Martin Kemp liest das so: Leonardo nutzte einen Auftrag, um ein zweites Bild für den Verkauf zu malen. Andere fragen, wie viel daran von ihm ist.

    Maria sitzt zwischen Felsen und greift nach dem Kind, das sich quer über ihre Knie dreht und nach einer Garnwinde langt, dem kreuzförmigen Gerät zum Aufwickeln von Garn, das der Titel Spindel nennt, hier ein Zeichen für das Kreuz, das kommt. Im April 1501 schrieb ein Mönch an Isabella d'Este, Leonardo male das Bild für Florimond Robertet, den Sekretär des französischen Königs. Im August 2003 nahmen zwei Männer, die als Touristen gekommen waren, es in Drumlanrig Castle in Schottland von der Wand, und vier Jahre später fand es die Polizei in einer Anwaltskanzlei in Glasgow.

    Die Buccleuch-Madonna mit der Spindel im Flügel ansehen

  2. Madonna mit der Spindel, Lansdowne-Fassung

    Etwa 1501Kenneth C. Griffin Collection, Leihgabe an das Metropolitan Museum of Art, New York

    Madonna mit der Spindel, Lansdowne-Fassung: fotografiert in ihrem vergoldeten Rahmen in einer Ausstellung. Maria in Blau sitzt, das Kind quer auf ihrem Schoß blickt zu einer kreuzförmigen Garnwinde auf, dahinter Berge. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Das Foto, am 2. Dezember 2019 in der Louvre-Ausstellung aufgenommen, zeigt auch den Rahmen. Foto: Tangopaso, vom Fotografen als gemeinfrei freigegeben.

    Zuschreibung mit Vorbehalt. Auf dem Schild im Met steht Leonardo da Vinci and Studio, Leonardo und Werkstatt. Die beiden Fassungen wuchsen in der Werkstatt nebeneinander. Nach Martin Kemp ging die eine an einen französischen Beamten und die andere, so meint er, an den König selbst.

    Dieselbe Szene wie auf der Buccleuch-Tafel: das Kind mit der Garnwinde, Maria, die nach ihm greift, Felsen dahinter. Seit dem Frühjahr 2026 hängt das Bild als Dauerleihgabe in den Sälen für europäische Malerei des Met, ohne Pressemitteilung.

    Im Mai 2025 schrieb Martin Kemp noch, der Verbleib des Bildes sei nicht mehr festzustellen, und ein Jahr später hing es an einer Wand des Met.

    Die Lansdowne-Madonna mit der Spindel im Flügel ansehen

  3. Mona Lisa

    Etwa 1503 bis 1519Musée du Louvre, Paris

    Mona Lisa: Eine Frau sitzt mit gefalteten Händen, uns zugewandt, ein dünner Schleier über dem Haar, hinter ihr Berge und gewundenes Wasser. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Eine hochauflösende Aufnahme des C2RMF (Centre de recherche et de restauration des musées de France), seit 2011 auf Wikimedia Commons, dort beschnitten und mit angepassten Tonwerten. Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Begonnen in Florenz um 1503, wahrscheinlich für ihren Mann, den Seidenhändler Francesco del Giocondo. Leonardo gab das Bild nie ab: Es reiste mit ihm nach Mailand, nach Rom und nach Frankreich, und er arbeitete weiter daran. Der französische König kaufte es sehr wahrscheinlich 1518, von Leonardos Schüler Salaì.

    Lisa Gherardini, die Frau von Francesco del Giocondo, sitzt auf einem Stuhl und wendet sich uns zu, eine Hand über die andere gelegt, hinter ihr eine niedrige Brüstung und dahinter Berge, Wasser, ein gewundener Weg und eine Brücke. Andere Namen für die Dargestellte sind für den Louvre keine Frage: Es ist Lisa.

    2005 tauchte am Rand eines Buchs in der Universitätsbibliothek Heidelberg eine Notiz auf: Ein Florentiner Kanzleischreiber hielt im Oktober 1503 fest, Leonardo arbeite am Kopf der Lisa del Giocondo, und damit standen die Dargestellte und das Datum fest.

    Die Mona Lisa im Flügel ansehen

  4. Die Jungfrau mit dem Kind und der heiligen Anna

    Etwa 1503 bis 1519Musée du Louvre, Paris

    Die Jungfrau mit dem Kind und der heiligen Anna: fotografiert in ihrem reich vergoldeten Rahmen. Zwei Frauen, die eine auf dem Schoß der anderen, beugen sich zu einem Kind, das ein Lamm hält, dahinter blasse Berge. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Foto: Francesco Bini, CC BY-SA 4.0.

    Belegt. Ein Auftraggeber ist nicht überliefert. Der Louvre meint, er habe das Bild ohne Auftrag begonnen, in Florenz zwischen etwa 1500 und 1503, als Probe seines Könnens, und er behielt es bei sich in Frankreich. Der französische König erwarb es sehr wahrscheinlich 1518.

    Anna sitzt, auf ihrem Schoß ihre erwachsene Tochter Maria, und Maria beugt sich vor, um das Kind zu halten, das ein Lamm gepackt hat, das Zeichen seines Opfers. Hinter ihnen Berge und Seen, vorn geschichteter Fels und Wasser.

    Bei seinem Tod war es noch unvollendet: Die Restaurierung von 2010 bis 2012 fand seine letzten Pinselstriche auf Annas Gewand, und Marias Gesicht bekam nie seine letzte, feinste Modellierung.

    Die heilige Anna im Flügel ansehen

  5. Der Kampf um die Standarte, nach der Schlacht von Anghiari

    16. Jahrhundert, überarbeitet im frühen 17. JahrhundertMusée du Louvre, Paris, Graphische Sammlung. Nur nach Anmeldung zu sehen, im Studiensaal.

    Der Kampf um die Standarte: ein Bibliotheksdia der Zeichnung in Grau- und Brauntönen. Ein Gewirr aus Pferden und Reitern, die um eine Fahne ringen, in Feder, Tusche und Lavierung mit weißen Höhungen. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Ein Bibliotheksdia, auf die Zeichnung beschnitten, KU Leuven Libraries, über Europeana. Gemeinfrei.

    Kopie. Eine Zeichnung, kein Gemälde, von fremder Hand: Als Künstler nennt der Louvre Rubens. Ein unbekannter Italiener kopierte im 16. Jahrhundert Leonardos riesigen Karton, andere überarbeiteten das Blatt im frühen 17. Jahrhundert, und Rubens, dem es gehörte, ging mit Feder und Wasserfarbe darüber und vergrößerte es.

    Reiter, ineinander verkeilt im Kampf um eine Standarte, Pferde und Männer zu einem Knäuel verschlungen: die Mitte der Schlacht von Anghiari, des Wandbilds, das Leonardo 1504 bis 1505 für den Palazzo della Signoria in Florenz begann, den heutigen Palazzo Vecchio. Was er an die Wand gebracht hatte, wurde um 1560 zerstört, und Rubens hat es nie gesehen.

    Auf der Rückseite der Anna-Tafel im Louvre fanden Infrarotaufnahmen drei Skizzen, darunter einen Pferdekopf, der dem rechten Pferd dieser Schlacht sehr nahe kommt.

    Die Kopie nach der Schlacht von Anghiari im Flügel ansehen

Wieder Mailand, 1506 bis 1513

Nach seiner Rückkehr nach Mailand vollendete er die Londoner Felsgrottenmadonna, und den lächelnden Johannes begann er vielleicht hier. Zwei weitere Werke datiert der Flügel in diese Jahre, den großen Karton, der heute in London ist, und den Kopf eines Mädchens mit offenem Haar, auch wenn die Quellen über ihre Daten streiten. Der Salvator Mundi, umstritten, steht hier, weil sein Datum bis 1510 reicht.

  1. Die Jungfrau mit dem Kind, der heiligen Anna und Johannes dem Täufer

    Etwa 1506 bis 1508National Gallery, London

    Die Jungfrau mit dem Kind, der heiligen Anna und Johannes dem Täufer: eine Photogravüre von 1898 in Brauntönen. Zwei eng beieinander sitzende Frauen, die eine hält ein Kind, das sich einem zweiten Kind zuwendet, manches schattiert, manches nur in Umrissen. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Fotogravüre von 1898 aus Eugène Müntz, Leonardo da Vinci, Bd. II, auf die gedruckte Tafel beschnitten. Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus dem Internet Archive. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht die Zeichnung. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Belegt. Kein Gemälde, sondern eine Zeichnung, Kohle und weiße Kreide auf Papier, und die einzige große Zeichnung von seiner Hand, die erhalten ist. Ihr Datum ist umstritten: Die Galerie sagt etwa 1506 bis 1508, der Kurator des Louvre etwa 1500, als seine erste Idee zur heiligen Anna.

    Maria sitzt auf dem Schoß ihrer Mutter Anna und hält das Kind, das sich dem kleinen Johannes zuwendet, während Anna nach oben zeigt. Es ist eine Zeichnung in voller Größe, nach der nie gemalt wurde, denn das Blatt wurde nie durchgestochen, um den Entwurf zu übertragen, und so vermutet die Galerie, es sei gemacht worden, um es einem Auftraggeber zu zeigen. In London heißt sie Burlington House Cartoon, nach dem Haus der Royal Academy, in dem sie hing.

    Papier gab es zu seiner Zeit nicht in Bögen dieser Größe, also klebte er viele zusammen, und aus der Nähe sieht man die Nähte.

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  2. Scapigliata

    Etwa 1506 bis 1508Galleria Nazionale di Parma, Complesso della Pilotta, Parma

    Scapigliata: der Kopf einer jungen Frau, die nach unten blickt, das Haar offen und wirr, in Braun auf einer hellen Tafel. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Italienischer Codice dei beni culturali, Art. 108 comma 3-bis: Ausnahme für Studium, Forschung und Förderung der Kenntnis des Kulturerbes, jeweils ohne Gewinnabsicht.

    Zuschreibung mit Vorbehalt. Die Galerie gibt das Bild Leonardo, die italienische Forschung fast einstimmig, und datiert es auf etwa 1492 bis 1501. Der Flügel folgt einem Vorschlag von etwa 1508. Sein Vorbehalt gilt dem, was das Werk ist: eine einfarbig gemalte Skizze auf einer Holztafel, weder Zeichnung noch fertiges Gemälde.

    Der Kopf einer jungen Frau, die nach unten blickt, das Haar offen und zerzaust. Scapigliata ist Italienisch für zerzaust. Wofür es gemacht wurde, ist unbekannt: eine Studie für ein Bild der Leda, für den Karton, der heute in London ist, für die Londoner Felsgrottenmadonna oder etwas um seiner selbst willen.

    Der eigene Direktor der Galerie zweifelte 1896 daran, weil es aus dem Atelier eines Malers kam. Gekauft hatte die Galerie es 1839 von den Erben eines Malers, und das Verzeichnis, das mitkam, nannte es schlicht einen Madonnenkopf in Helldunkel.

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  3. Johannes der Täufer

    Etwa 1508 bis 1519Musée du Louvre, Paris

    Johannes der Täufer: Ein lächelnder junger Mann tritt aus dunklem Grund hervor, die rechte Hand erhoben, ein Finger zeigt nach oben, in der linken ein dünnes Kreuz. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Foto: Francesco Bini, CC BY-SA 4.0.

    Belegt. Ein Auftraggeber ist nicht bekannt. Er behielt das Bild bei sich in Frankreich, und der französische König kaufte es sehr wahrscheinlich 1518. Später ging es auf Wanderschaft: Ein französischer Herzog schenkte es Karl I. von England, nach dessen Hinrichtung wurde es verkauft, und Ludwig XIV. holte es 1662 nach Frankreich zurück.

    Ein junger Johannes der Täufer tritt aus dem Dunkel, lächelnd, die rechte Hand nach oben zeigend, ein dünnes Rohrkreuz in der linken, ein geflecktes Tierfell über dem Körper.

    Das Fell ist gefleckt wie das eines Leoparden, nicht das Kamelhaar der Bibel, was der Louvre für seine Zeit einzigartig nennt, und Aufnahmen zeigen, dass er den Umriss des Körpers mindestens dreimal verschob.

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  4. Salvator Mundi

    Etwa 1499 bis 1510Privatsammlung, heutiger Aufenthaltsort unbestätigt

    Salvator Mundi: Christus blickt uns an, in blauem Gewand, die rechte Hand zum Segen erhoben, in der linken eine Kristallkugel, vor dunklem Grund. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Das Foto, 2017 nach der Restaurierung für Christie's aufgenommen, zeigte den Rahmen. Hier ist es auf das Gemälde beschnitten.

    Umstritten, mehr als jedes andere. Für Leonardo: Martin Kemp und die Londoner National Gallery, die es 2011 als sein Werk zeigte. Dagegen oder unsicher: Carmen Bambach, die das meiste Boltraffio gibt, und Frank Zöllner, der ein Werkstattbild sieht, wahrscheinlich mit Leonardos Hand, zu beschädigt und zu stark restauriert für ein sicheres Urteil.

    Christus als Erlöser der Welt, das heißt der Titel, uns zugewandt, die rechte Hand zum Segen erhoben, in der linken eine klare Kristallkugel, in Blau gekleidet mit bestickten Borten. 1958 wurde es bei einer Auktion für 45 Pfund als Schulwerk verkauft, und im November 2017 bei Christie's in New York für etwa 450 Millionen Dollar, der höchste Preis, der je bei einer Auktion für ein Kunstwerk gezahlt wurde. Seitdem ist es nicht mehr öffentlich gezeigt worden, und ein Bericht von 2024 sagt, es liege womöglich in einem Depot in Genf.

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Amboise, 1516 bis 1519

Nach drei Jahren in Rom ging er nach Frankreich, die Mona Lisa, die heilige Anna und den Johannes noch bei sich. Das eine Bild aus diesen Jahren im Flügel stammt aus seiner Werkstatt, nicht von ihm.

  1. Bacchus, ehemals Johannes der Täufer

    Etwa 1517 bis 1520Musée du Louvre, Paris

    Bacchus: Ein junger Mann sitzt im Freien unter Bäumen, mit einer Hand zeigend, Efeu im Haar, ein geflecktes Fell um den Körper, Trauben neben ihm, oben blauer Himmel. Eine Reproduktion.
    Reproduktion: Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht.

    Werkstatt. Der Louvre führt das Bild als Werkstatt Leonardos und schreibt es Francesco Melzi zu, dem Schüler, der ab 1516 mit ihm in Frankreich lebte. Nach Vermutung des Louvre malte Melzi es dort für den französischen König, nach Leonardos kleinem Johannes.

    Ein junger Mann sitzt im Freien, lächelnd und zeigend, Efeu im Haar, Trauben und einen Stab in den Händen, ein geflecktes Fell um den Körper. Gemalt wurde er als Johannes der Täufer.

    1625 vermerkte ein Besucher in Fontainebleau, das Bild rege nicht zur Andacht an, und Ende jenes Jahrhunderts wurde es in den heidnischen Gott Bacchus umgewandelt: Trauben und Efeu kamen hinzu, und aus dem Kreuz des Johannes wurde ein Stab. Die Restaurierung von 2017 bis 2019 zeigte, dass das Fell ursprünglich ist und Trauben und Efeu später kamen.

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Auf einer eigenen Wand

  1. Das Abendmahl

    Etwa 1494 bis 1498Museo del Cenacolo Vinciano, Santa Maria delle Grazie, Mailand

    Ein Standbild aus dem Film des Flügels: die Reproduktion des Abendmahls an einer hellen Wand des Hofs, mit ihrem Sockel und dem Boden davor. Christus in der Mitte von dreizehn Figuren hinter einem langen Tisch, in einem gemalten Saal.
    Reproduktion: Ein Standbild aus dem Film des Flügels. Die Wand trägt ein Foto von Paris Orlando, 2019. Gemeinfreies Werk. Reproduktion aus Wikimedia Commons. Das Museum kennzeichnet die Reproduktion, nicht das Gemälde. Kulturelle Nutzung ohne Gewinnabsicht. Italienischer Codice dei beni culturali, Art. 108 comma 3-bis: Ausnahme für Studium, Forschung und Förderung der Kenntnis des Kulturerbes, jeweils ohne Gewinnabsicht.

    Nicht im Bildersaal. Ein Wandbild, noch an der Wand, auf die es gemalt wurde, im Speisesaal eines Dominikanerklosters, und der Flügel zeigt eine Reproduktion davon an einer Wand im Hof, so groß wie das Original.

    Christus in der Mitte und die Apostel um ihn an einem langen Tisch, gemalt für Ludovico Sforza, den Herzog von Mailand, in Tempera auf trockenem Putz und nicht als Fresko.

    Weil die Farbe auf der Wand lag statt in ihr, begann sie nach etwa zwanzig Jahren abzublättern. Der Rest der Geschichte steht auf der eigenen Seite des Bildes.

    Das Abendmahl im Flügel ansehen

    Das Abendmahl hat eine eigene Seite: die Tür, die Bombe, die Restaurierung und wie man es in Mailand sieht.

Wo man sie sehen kann

Der Louvre hat die meisten. Nach Städten:

Paris, Musée du Louvre
fünf seiner Gemälde, die Felsgrottenmadonna, La Belle Ferronnière, die Mona Lisa, der Johannes und die heilige Anna, dazu drei verwandte Werke, die Predella, der Bacchus und die Anghiari-Zeichnung. La Belle Ferronnière war als nicht ausgestellt geführt, als wir nachsahen, und die Anghiari-Zeichnung wird nur nach Anmeldung gezeigt.
Florenz, Gallerie degli Uffizi
drei in einem Saal, die Taufe Christi, die Verkündigung und die Anbetung der Könige.
Mailand
das Bildnis eines Musikers in der Veneranda Biblioteca Ambrosiana und das Abendmahl an seiner Wand in Santa Maria delle Grazie, nur mit Buchung.
London, National Gallery
die Felsgrottenmadonna und der Londoner Karton.
Sankt Petersburg, Staatliche Eremitage
die Madonna Litta und die Madonna Benois, die die Seite der Eremitage nicht in der Dauerausstellung nennt.
Washington, National Gallery of Art
Ginevra de' Benci.
München, Alte Pinakothek
die Madonna mit der Nelke.
Vatikanstadt, Pinacoteca Vaticana
der heilige Hieronymus.
Krakau, Czartoryski-Museum
die Dame mit dem Hermelin.
Leihgabe an die National Galleries of Scotland
die Buccleuch-Madonna mit der Spindel.
New York, Metropolitan Museum of Art
die Lansdowne-Madonna mit der Spindel, als Leihgabe.
Parma, Galleria Nazionale
die Scapigliata.
Nirgends öffentlich
der Salvator Mundi, in einer Privatsammlung, seit 2017 nicht gezeigt.

Quellen

Titel, Daten, Häuser und Zuschreibungen folgen den Beschriftungen des Flügels, im Oktober 2026 geprüft an den eigenen Seiten und Verzeichnissen der Häuser: Uffizien, National Gallery of Art in Washington, Alte Pinakothek, Eremitage, Vatikanische Museen, Louvre, Ambrosiana, Nationalmuseum Krakau, National Gallery in London, Pilotta in Parma und Cenacolo Vinciano. Für die Zahl und die Streitfragen: Martin Kemp in The Art Newspaper (Mai 2025), Frank Zöllners Katalogeintrag zum Salvator Mundi (2019), The Art Newspaper (2018, 2021 und 2024), NPR (2017) sowie Cultured und Artlyst (2026). Wo die Ansicht eines Hauses vom Wort des Flügels abweicht, sagt es der Eintrag.

Stimmt ein Datum, ein Name oder ein Satz nicht, schreib uns, und wir bessern es aus. Zum Impressum

Was dieses Museum ist

Die Gemälde im Flügel ansehen

Diese Tür führt in den Bildersaal des Leonardo-Flügels, wo die 24 Werke als Reproduktionen hängen, annähernd in Originalgröße. Von dort geht der Rundgang weiter zur Maschinenhalle, zum Lesetisch und zu seinem letzten Haus.

Ins Museum

Eintritt frei, kein Konto.